Das Leben glutenfrei genießen - Schweizer Rüblitorte© kristina rütten | fotolia.com

Das Leben glutenfrei genießen – Schweizer Rüblitorte

Zutaten
300 g Karotten
4 Eigelb
200 g Zucker
250 g geriebene Mandeln
½ unbehandelte Zitrone, abgeriebene Schale und Saft
2 EL Maisstärke
1 TL glutenfreies Backpulver
4 Eiweiß
1 Prise Salz
Für die Glasur:
200 g Puderzucker
3 EL Zitronensaft
2 EL Kirschwasser
glutenfreie kleine Marzipankarotten zur Dekoration

Zubereitung
1. Die Karotten schälen und fein reiben.
2. Das Eigelb und den Zucker ausgiebig zu einer hellen, cremigen Masse schlagen.
3. Geriebene Karotten, Mandeln, Zitronenschale und -saft darunter mischen.
Die Maisstärke und das Backpulver beifügen und alles gut vermengen.
4. Das Eiweiß mit dem Salz steif schlagen und sorgfältig unter die Masse heben.
5. Den Backofen auf 180° C vorheizen.
6. Eine runde Springform (24 cm Durchmesser) mit Backtrennpapier auslegen.
7. Die Teigmasse einfüllen und glatt streichen. In der unteren Hälfte des vorgeheizten
Backofens etwa 45 Minuten backen. Auskühlen und einen Tag ruhen lassen.
8. Für die Glasur den Puderzucker mit Zitronensaft und Kirschen zu einer dickflüssigen Masse verrühren. Die Torte mit der Glasur bestreichen und nach Belieben mit kleinen Marzipankarotten dekorieren.

www.dzg-online.de

 

Zöliakie-Betroffene können gut auf Weizen und andere Getreide verzichten

Dan Kühnau sieht sich selbst als Genießer. Er isst gerne in Gesellschaft – ob bei Freunden, in der Kantine oder im Restaurant – und steht am Wochenende häufig am Herd. Vor allem Kuchen backt er oft und gerne. Dabei achtet er penibel darauf, dass er nicht mit Produkten aus Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste oder Hafer in Berührung kommt. Diese Getreide enthalten Gluten und Dan Kühnau leidet von klein auf an Zöliakie, einer chronischen Erkrankung des Dünndarms, die auf einer Gluten-Unverträglichkeit beruht. Seit seinem ersten Lebensjahr muss er deshalb auf eine strikte glutenfreie Ernährung achten und er beweist, dass Zöliakie- Betroffene das Leben auch glutenfrei genießen können.

Jeder 250. Deutsche betroffen
Schätzungsweise jeder 250. Deutsche ist von Zöliakie (Sprue) betroffen. In ihrem Körper ist der kritische Ort der Dünndarm. Hier wird die Nahrung in ihre Bestandteile zerlegt, die dann normalerweise über die Dünndarmschleimhaut in den Körper gelangen. Bei Zöliakie führt Gluten aber zu einer Entzündung der Darmschleimhaut. Als Folge fehlen dem Körper Nährstoffe, was zu Mangelerscheinungen führen kann.
Das häufigste Erscheinungsbild der Krankheit ist Durchfall. Auch Eisenmangel geht damit einher. Aber Zöliakie kann viele Symptome haben. Wesensveränderungen wie Unzufriedenheit oder Weinerlichkeit, stagnierendes Wachstum bei Kindern oder in späteren Jahren Schlaflosigkeit, Müdigkeit oder Depressionen sind mögliche Anzeichen. Keine zwei Krankheitsverläufe gleichen einander. Auf Grund der vielfältigen Symptome wissen viele Betroffene nicht, dass sie an Zöliakie leiden. Auch die Diagnoseprozesse sind deshalb oft sehr langwierig. „Meine Eltern haben mehrere Ärzte konsultiert bevor eine Nachbarin, die selbst Erfahrungen mit Zöliakie hatte, ihnen den Tipp gab, einen Zöliakie-Test machen zu lassen“, berichtet Dan Kühnau, der heute dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Zöliakie angehört.

Glutenfreie Ernährung als Therapie
Die einzige Therapie nach der Diagnose ist eine lebenslange glutenfreie Ernährung. Nur so kann sich der angegriffene Dünndarm erholen. Erneute Beschwerden sowie Folgekrankheiten von Zöliakie können damit vermieden werden. Das Klebereiweiß Gluten kommt vor allem in Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer vor. Diese Getreidesorten sowie alle Lebensmittel, die sie enthalten, müssen Zöliakie-Betroffene meiden.

Was auf den ersten Blick eine große Beeinträchtigung erscheint, bedeutet für die meisten Betroffenen nach einer ersten Umstellungsphase in der Regel eine große Erleichterung. Bereits wenige Wochen oder Monate nach der Ernährungsumstellung geht es ihnen besser, die Beschwerden verschwinden.

Das Leben genießen – ohne Gluten
Das Leben ohne herkömmlich hergestellte Lebensmittel wie Brot, Kuchen, Pizza, Nudeln oder Kekse bedeutet noch lange keinen Verzicht auf kulinarische Genüsse, denn diese Lebensmittel gibt es längst auch aus Ersatzzutaten wie zum Beispiel Mais, Reis, Hirse, Soja oder Buchweizen. In den Regalen fast aller Supermärkte finden Zöliakie-Betroffene ein großes Sortiment glutenfreier Produkte und Spezialitäten: von einfachen Backwaren über Reisbier bis hin zu Fertiggerichten. Das vielfältige Angebot an glutenfreien Produkten hält für jeden Gaumen etwas bereit und steht herkömmlichen Produkten geschmacklich in nichts nach. Dan Kühnau: „Noch bis vor fünf Jahren waren die meisten glutenfreien Produkte trockener und konnten mit herkömmlichen Lebensmitteln geschmacklich nicht mithalten. Inzwischen ist jedoch bei vielen Produkten kein Unterschied mehr erkennbar.“ Zweifel, ob ein Produkt Gluten enthält oder nicht, können durch einen Blick auf die Verpackung ausgeräumt werden. Seit November 2005 müssen glutenhaltige Produkte entsprechend gekennzeichnet sein. Dan Kühnau weiß natürlich sehr genau, was er essen darf und was nicht: „Viele Produkte kennt man – das ist nicht anders als bei herkömmlichen Einkäufen. Ansonsten helfen die Listen der Deutschen Zöliakie- Gesellschaft (DZG)“.

Die DZG versteht sich als Selbsthilfe-Organisation und ist ein wichtiger Ansprechpartner für Zöliakie-Betroffene. Sie informiert und berät Betroffene, organisiert Backkurse für Erwachsene und Kinder, gibt wichtige Tipps und Ratschläge für den Alltag – von Herstellerlisten glutenfreier Produkte, Informationen zu Medikamenten und Kosmetik bis hin zu Restaurant- und Hoteltipps.
Dan Kühnau verreist oft und genießt auch gerne die internationalen Küche. Viele Länder Europas hat er gesehen und bis jetzt ist er in jedem Land auch als Zöliakie- Betroffener gut zurecht gekommen. Restaurants und Hotels werden immer flexibler, was Sonderwünsche betrifft, und passen ihre Karten den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kunden an: „Meiner Erfahrung nach gibt es kein Problem mit Zöliakie, das nicht lösbar ist.“ sagt Kühnau. Das einzige, was er fast immer mitnimmt, ist Brot – natürlich am liebsten selbstgebacken.

Bei Rückfragen:
DZG – Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e. V.
Sofia Beisel, Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0711 – 45 99 81 -15