Ayurvedische Gewürzapotheke© Lukas Gojda | fotolia.com

Ayurvedische Gewürzapotheke

Gewürze sind nicht nur geeignet, um Speisen schmackhafter zu machen, sie besitzen auch große Heilwirkung. Die gesundheitsfördernde Wirkung ist im Ayurveda – der Lehre vom langen und gesunden Leben – schon seit Jahrtausenden bekannt.
Ayurveda ist ein komplexes Gesundheitssystem, eine grundlegende Rolle spielt dabei das Konzept der drei Lebensenergien – der Doshas Vata, Pitta und Kapha. Diese drei Kräfte sollten bei einem gesunden Menschen in einem harmonischen Zusammenspiel aufeinander abgestimmt sein. Einen besonders hohen Stellenwert nimmt hierbei die Ernährung, mit der Auswahl der jeweils geeigneten Nahrungsmittel und auch Gewürze ein. Generell haben fast alle Gewürze eine verdauungsfördernde, stoffwechselanregende und erwärmende Wirkung. Viele stärken die Abwehrkräfte und aktivieren den Stoffwechsel. So kurbeln vor allem Ingwer, Kreuzkümmel, Senfsamen und Koriander das Verdauungsfeuer – Agni – an und machen die Mahlzeiten bekömmlicher.
Kurkuma – Gelbwurz hat pilzhemmende und antibakterielle Wirkung. Innerlich eingenommen, gilt es als regelrechtes Darmtonikum. Kurkuma verleiht den Gerichten eine appetitliche gelbe Farbe. Äußerlich kann eine Paste aus Kurkumapulver und Wasser Abhilfe bei wunden Stellen und Juckreiz schaffen.
Ingwer ist eines der wichtigsten Gewürze in der ayurvedischen Küche und Heilkunst. Die frische Ingwerwurzel ist sehr vielseitig verwendbar und für jede ayurvedische Konstitution geeignet. Ingwertee hat entgiftende Wirkung und ist gerade in der kalten Jahreszeit zur Immunstimulierung und Erkältungsprophylaxe geeignet. Man schneidet hierfür frische, geschälte Ingwerwurzel in dünne Scheiben und übergießt sie mit heißem Wasser. Je länger die Ingwerstücke ziehen, desto intensiver wird der Geschmack. Wer zu Reiseübelkeit oder Seekrankheit neigt, sollte auf Reisen etwas kandierten Ingwer im Handgepäck bei sich tragen.
Kardamom wird häufig für das Würzen von Süßspeisen verwendet. Er ist sehr verträglich und steigert Agni – das Verdauungsfeuer – ohne dabei das Feuerelement Pitta zu stark zu erhöhen. Er hilft gegen Mundgeruch, z.B. nach dem Genuss von Knoblauch. Außerdem nimmt Kardamompulver Kaffee die Säure und reguliert die schleimbildende Wirkung von Milch. *

* Textauszug aus:
Elisabeth Fischer, „Lust auf vegetarisch – 200 Lieblingsrezepte für alle Gelegenheiten“, Bassermann Verlag
ISBN: 978-3-8094-2506-9 EUR 7,95

Eine feurige Gewürzmischung:
2 Zimtstangen, 3 Lorbeerblätter,
5-6 Kardamomkapseln (Samen heraustrennen),
2 TL Koriandersamen, 2 TL Pfefferkörner,
2 TL Kreuzkümmel, 1 TL Nelken, 3 getrocknete Chilis.

Die Gewürze in einer Pfanne erhitzen und in einer Kaffeemühle oder einem Mörser sehr fein mahlen.
Diese Gewürzmischung passt zu allen Gemüse- und Fleischgerichten und sollte zum Ende der Garzeit hinzugefügt werden.
Kaufen Sie die Gewürze möglichst im Ganzen und mahlen Sie sie frisch, sie sind dadurch aromatischer und stärker in der Heilwirkung. Legen Sie sich doch einfach einige Gewürze zu und seien Sie kreativ und ein wenig mutig im Umgang – es lohnt sich!

Indische Linsensuppe
Kleine orangerote Linsen werden in aromatischer Kokosmilch gegart. Ganz stilecht mit etwas Limonensaft abgeschmeckt und mit frischem, gehacktem Koriander garniert.
400 ml Kokosmilch, ungesüßt
500 ml Wasser
250 g kleine, orange Linsen
1 Zwiebel, fein gehackt
4 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 TL frischer Ingwer, fein gehackt
1 TL Curcuma (Gelbwurz)
1 TL Cumin (Kreuzkümmel)
1/2 TL Koriander
1/4 TL Zimt
1/4 TL Chili
1 gute Prise Kardamon
abgeriebene Schale von 1/2 ungespritzen Zitrone
2-3 Gemüsebrühwürfel
Salz
Saft von 1/2 Zitrone oder Limone
2 EL Petersilie oder frischer Koriander, fein gehackt

Kokosmilch mit dem restlichen Wasser, Linsen, Zwiebeln und Knoblauchzehen in einen Topf geben. Zum Kochen bringen, mit Ingwer, den Gewürzen und abgeriebener Zitronenschale würzen. Die Linsensuppe zugedeckt ca. 35 Minuten leicht kochen, bis die Linsen weich sind. Die Suppe mit Gemüsebrühe würzen, bei geöffnetem Topf noch 5 Minuten köcheln. Suppe mit Salz abschmecken. Vom Feuer nehmen, mit Zitronensaft würzen, mit Petersilie garniert servieren.

Kommen Sie gesund durch den Winter
Die Wintermonate sind eine besondere Herausforderung für den Körper und den Geist. Das Immunsystem braucht Unterstützung und die Seele einen Ausgleich für das mangelnde Sonnenlicht an den dunklen Tagen. In der kalten Zeit sollte auf alle kalten, ungekochten, sehr trockenen und leichten Nahrungsmittel verzichtet werden, z.B. Rohkost, Blattsalate, Hirse. Dafür sollten alle nährenden und erwärmenden Nahrungsmittel, wie Nüsse, Hülsenfrüchte, Rote Beete, Karotten, Sesamöl und Gewürze, wie Hing, Kreuzkümmel, Lorbeer, Ingwer und schwarzer Pfeffer bevorzugt werden. Die Gewürze unterstützen den Stoffwechsel und fördern das Verdauungsfeuer. Ideal sind alle Suppen, Eintöpfe, Getreidebrei, Ingwerwasser

Kurkuma ist eines der besten Heilmittel und gerade für die kalte Jahreszeit ein tolles Gewürz. Das folgende Getränk stärkt die Nerven sowie das Immunsystem und ist eine prima Alternative zum Glühwein. Es kann sogar dabei helfen, Infekten vorzubeugen.

Kurkuma-Milch (für 4 Personen)
5 Tassen Bio-Hafer-, Mandel-, Dinkel- oder Reismilch
3 El. Ghee ( geklärtes Butterfett) oder Kokosöl
1 El. weißes Mandelmus
jeweils ein Prise Zimt, Kardamom, Ingwer, Nelke, Anis, Koriander
Honig oder Agavendicksaft zum Süßen
Nach Belieben noch eine Prise schwarzen Pfeffer hinzufügen.
Alle Zutaten in einem Mixer gut durchmischen und bei mittlerer Hitze kurz aufkochen. Anschließend warm trinken! Das Erwärmen ist wichtig, damit sich die positive Wirkung voll entfaltet.

Bleiben Sie gesund – auch in der kalten Jahreszeit!
Uwe Schewe, Heilpraktiker
www.ayurveda-hannover.org