Qi Gong und Tai Chi© moma7 / iStockphoto.com

Qi Gong und Tai Chi

„Die Weisen heilen das, was noch nicht krank ist.“ *

Besonders in den Morgenstunden hat es Tradition in China draußen im Park Qi Gong und Tai Chi zu üben. Diese Bewegungskünste sind sehr beliebt und es kommen viele Menschen zusammen, um miteinander zu üben. Firmen und Betriebe machen eigens für Qi Gong-Übungen eine Bewegungspause für die gesamte Belegschaft. Im Fernsehen werden die Bewegungsfolgen ausgestrahlt, so dass jeder die Möglichkeit hat mitzumachen. Der Brauch schon morgens das eigene Wohlbefinden und die Gesundheit zu pflegen ist tief im chinesischen Volk verwurzelt. Die Ursprünge des Qi Gong liegen mehrere Tausend Jahre zurück. Qi Gong ist integrativer Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Es wird sowohl zur Prävention als auch zur Rehabilitation erfolgreich praktiziert.

Gesundheit und Heilung kommen von Innen. In Asien arbeiten die Mediziner schon seit Jahrhunderten mit dem Wissen um die Einheit von Körper und Geist. Krankheit kann von außen kommen, aber nur wenn sie sehr stark oder der Mensch relativ schwach ist. Krankheit kann von Innen kommen. Gedanken, Gefühle und die ganze Kraft des menschlichen Wesens beeinflussen seine Energie, Abwehrkraft und Disposition. Jeder Mensch kann durch seine Lebensart, Bewegung, Atmung und Haltung innerlich und äußerlich stark werden.
Jeder trägt für seine Gesundheit selbst Verantwortung. Das erfordert Aufmerksamkeit gegenüber dem Körper und der Seele. Je stärker der Mensch sich selbst wahrnehmen und fühlen kann, desto kleinere Anzeichen kann er erkennen. Mit der richtigen Aufmerksamkeit kann er leicht fühlen, was ihm gut tut und was ihm schadet. Der beste Weg zu Gesundheitist die gleichmäßige Übung von Körper und Geist.

Die Übungen im Qi Gong tragen so klangvolle Namen wie: „Die Wolken teilen“, „Die Welle schieben und dem Meer helfen“ oder „Fliegen wie die Wildgans“. Der Mensch ordnet sich selbst in das natürliche Gefüge ein und empfindet es im eigenen Leib.

Yin und Yang, die polaren Urkräfte, kommen in Balance. Durch die langsamen Qi Gong- Bewegungen wird der Qi- Fluss gestärkt und harmonisiert. Muskeln und Sehnen werden gedehnt, die Gelenke werden beweglicher, die inneren Organe werden aktiviert. Der Geist wird wach und kommt zugleich zur Ruhe.
Jede echte Heilung kommt aus dem Kranken selbst. Gesundheit ist gegeben, wenn das Qi, die Lebensenergie, stark ist und der Mensch in Harmonie zwischen Himmel und Erde lebt.

Hans Lorentzen,
Qi Gong & Tai Chi- Lehrer, Feng Shui- Berater
www.hanslorentzen.de

 

*(Aus Huangdi Neijing, dem „inneren Klassiker des Gelben Kaisers“)