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Wer bin ich wirklich?

Zu Beginn unseres Lebens sind wir alle authentisch, kreativ und visionär – ohne jede Limitierung. Wir haben großartige Ideen, glauben an Wunder und unbegrenzte Möglichkeiten. Gerade das macht den kindlichen Charme aus!
Doch im Laufe der Zeit wurden unserer Fantasie und Schöpfungskraft die Flügel gestutzt. Um uns anerkannt, geliebt und sicher zu fühlen, haben wir gelernt uns den Erwartungen und Anforderungen anzupassen. Wir haben gelernt, dass es häufig besser und sicherer für uns ist eine Maske zu tragen und uns so mehr und mehr von unserer wahren Natur entfernt. Wir haben gelernt zu funktionieren, erfolgs- und profitorientiert, „realistisch“ zu denken. Wir erfüllen brav die Erwartungen, spielen die diversen Rollen – bis irgendwann, vielleicht in einer Lebenskrise, die Frage nach dem eigentlichen Sinn und unserer wahren Natur auftaucht und wir uns auf die Suche machen. Die Sehnsucht nach dem, was unsere wahre Bestimmung ist, ist heute vielleicht größer als je zuvor. Wir wollen unsere Träume leben und wissen nicht, wie. Wo stehen wir in unserem Leben? Wir wollen uns verändern und wissen nicht, wie.

Unsere wahre Natur – Authentisches Sein – wissen, was den wahren Kern der eigenen Person ausmacht, erkennen, wo die eigenen Qualitäten und Talente liegen. Welche alten Konditionierungen und Ängste blockieren den Fluss unserer Lebensenergie? Und wie können wir sie überwinden?

Wenn das „Wer bin ich?“ eine existenzielle Frage ist, wenn du sie nicht verbalisierst, sondern du vielmehr spürst, wie die Frage sich deines innersten Kerns bemächtigt, dann bedarf es keiner Antwort mehr. Dann geht sie deinen Verstand nichts mehr an. Der Verstand enthält all eure heiligen Schriften; all euer Wissen ist dort gespeichert. Du aber betrittst jetzt einen Raum der Unschuld. Du wirst die Antwort nicht bekommen. Wohl aber das Gefühl davon, den Geschmack, den Duft. Je tiefer du gehst, desto mehr wird dich das Gefühl von Dasein erfüllen – von Unsterblichkeit, Glückseligkeit, Stille … eine unglaubliche Segnung.“ OSHO

„Sag mir, wer du bist.“ Ich erinnere, vor vielen Jahren mit dieser Frage auf den Lippen im Rahmen einer dreitägigen Selbsterfahrungsgruppe vor einem Spiegel gesessen zu haben, auf der Suche nach meinem authentischen Selbst, meiner wahren Natur…Und nicht nur mein Spiegelbild – auch der Reigen der ständig wechselnden Kursteilnehmern stellte mir Stund um Stund immer die gleiche Frage … „Sag mir, wer du bist.“ Und ich malte mein Bild und präsentierte mich! Mein jeweiliges Gegenüber blieb immer neutral und stumm. Und doch fiel es mir nicht leicht, mich in all meiner Verletzlichkeit zu zeigen. „Sag mir, wer du bist.“ Während des Prozesses begegneten mir all meine Rollen, meine Vorstellungen und Konzepte meiner Person, meine Urteile, meine Eitelkeiten, mein Stolz, meine Gedanken, meine Gefühle und so weiter und so weiter und nicht zuletzt, meine Ängste: die Angst vor Ablehnung, die Angst zu versagen, die Angst nicht geliebt oder verlassen zu werden, die Angst vor Gewalt, dem Leiden, dem Tod… „Sag mir, wer du bist.“ Und dann wieder war ich für meine Partner der wertfreie, schweigende Spiegel und hörte die Geschichten der anderen…. Sag mir, wer du bist.“ … und wohin man hörte das Gleiche. Schicht um Schicht drangen wir zu unserer Mitte vor. Maske auf Maske fiel. Alter Ballast und übernommene Überzeugungen blieben zurück. Eine Identifizierung nach der anderen löste sich auf und schließlich:
Stille.  –  Der Moment der Transformation: Harmonie im Innen wie im Außen – das tiefe Gefühl von Angekommensein, Mitgefühl, Liebe und Erkenntnis. Ein unendlich kostbarer Moment des Glücks. Dieser Moment tiefer Freude und tiefen Friedens war für mich vorübergehend – doch in der Stille der Meditation kann ich mich damit verbinden, und in Zeiten der Verunsicherung erinnere ich mich an diese Erfahrung. Sie ist für mich eine Ressource, die mir hilft Empathie, Akzeptanz, Achtsamkeit, Authentizität und Selbstliebe in mein Leben einzuladen.

Die Entwicklung einer Haltung von Freundlichkeit und Mitgefühl uns selbst gegenüber ist ein wichtiger Faktor, um in Achtsamkeit in uns selbst und unserem Körper „zu Hause sein“ zu können.
Aber was tun, wenn es uns schwer fällt Liebe und Mitgefühl für uns selbst zu empfinden? Wenn uns Kummer, Trauer, Angst, Wut, Enttäuschung und Depression keinen Weg sehen lassen? Wenn wir allein nicht in der Lage sind, Zuversicht zu entwickeln? Wenn wir auf der Suche nach einer neuen Lebensperspektive, einer neuen Berufung, der Liebe, der Gesundheit oder der Wahrheit schon vieles ausprobiert haben, ohne dauerhaft Erfolg zu verspüren?
Dann kann es hilfreich sein das Problem gemeinsam mit einem anderen Menschen zu betrachten. Einem Menschen, der uns bewusst darin unterstützt, Achtsamkeit, Einsicht und Mitgefühl zu entwickeln und so zu einer offeneren Haltung gegenüber unserem eigenen Leiden zu finden, Ängste zu transformieren und Lebensenergie wieder fließen zu lassen.

Finden wir für uns einen erfahrenen Wegbegleiter für die Reise zu unserer wahren Natur. Begreifen wir uns selbst als eine Möglichkeit, als ein Experimentierfeld, um den neuen Menschen ent-
stehen zu lassen, einen Menschen, der mit sich und seiner Umgebung in Harmonie lebt. – JETZT!

„Be realistic. – Plan for a miracle. –
Sei realistisch. – Plane ein Wunder!“
OSHO

Kreiere Dein Wunder – JETZT! Denn wann wollen wir beginnen, unser Leben authentisch und kreativ zu leben, wenn nicht jetzt?

Shanti J. Hoff