© Susanne Weidenkaff

Sing doch mal wieder! – Entspanntes Singen heilt Herz und Seele

Mittwochabend, kurz vor 19 Uhr. Im Seminarzentrum Lichtinsel in Hannover geht wieder und wieder das Türglöckchen. Anne*, Lutz und Waltraud kommen herein. „Brrr, so keine Kälte, und dunkel ist es auch“, sagt Anne, „Eigentlich wollte ich gar nicht mehr aus dem Haus. Aber der Singabend heute hat mich dann doch gelockt.“ Waltraud ging es ähnlich. „Mein Sofa hatte nach dem anstrengenden Tag schon was sehr Verführerisches.“, lacht sie. Doch jetzt sind sie hier und wollen singen. Warum? „Es macht Spaß. Und entspannt total.“ Christina tritt ein, bringt noch zwei Frauen mit. Bald füllt eine fröhlich schnatternde Gruppe das Foyer, alte Bekannte begrüßen sich herzlich, wer neu ist, fühlt sich schnell willkommen. Und ich freu mich wieder einmal, dass ich vor mittlerweile drei Jahren meine alte Gitarre unterm Bett hervorgeholt und „Singen-Tönen-Meditieren“ ins Leben gerufen habe, eine offene Herzensgruppe für mehr Lebensfreude. Nun treffen wir uns jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat (außer in den nds. Schulferien), um es uns gut gehen zu lassen. Denn das ist der tiefere Sinn – ein entspanntes Miteinander zu schaffen, das allen, die Lust haben zu singen, eine wohlwollende Atmosphäre dafür bietet.

Es ist sieben. Die Gitarre ist gestimmt, die ersten Akkorde kündigen den Beginn an. Luise steht schon bereit. „Ich hab den ganzen Tag gehofft, dass ich heute rechtzeitig Feierabend machen kann. Was bin ich froh, dass es geklappt hat.“ So wie sie haben die meisten einen stressigen Arbeitstag hinter sich. Jetzt geht es darum herunterzufahren, das Gedankenkarussel von „Ich muss noch dies und das.“ anzuhalten und ganz bei sich anzukommen. – Wir tönen uns ein, bewegen uns ein wenig, gehen summend durch den Raum. Charlotte, heute das erste Mal dabei, muss noch etwas loswerden. „Ich kann aber nicht singen. Das hat mir schon mein Musiklehrer gesagt. Ich würde erst mal einfach nur zuhören.“ Anne antwortet: „Dann bist du ganz richtig hier. Ich kann auch nicht singen.“ Lachen, Erleichterung, noch ein bisschen Einsingen, und dann das erste Lied.

„Ich wünsche mir das indianische Lied ‚Mother I feel you under my feet“, sagt sie, und holt die große Rahmentrommel vom Schrank herunter. Kleinere Bongos und Rasseln werden verteilt, wer mag, greift zu. Der Text liegt in großer Schrift auf dem Boden, doch spätestens beim Refrain „Heya heya heya…“ braucht ihn niemand mehr.

Ein Lied nach dem anderen erklingt, wer unsicher ist, blättert in der Songmappe, lässt sich inspirieren, oder hört erst mal zu und stimmt dann mit ein. Die Lieder sind einfach, selbst das afrikanische „Banuwa“, bei dem kleine Bälle herumgereicht werden, die nicht immer da landen, wo sie sollen. Die Stimmung ist ausgelassen, es wird viel gelacht. Sorgen und Stress des Tages fallen ab, Ängste und körperliche Beschwerden verlieren für eine Weile an Bedeutung. Singen heilt Herz und Seele.
Zum Schluss noch ein Mantra, dann eine kurze Pause. Andrea verabschiedet sich. „Ich muss nach Hause, zu den Kindern. Danke, ich habe wieder ganz viel Kraft getankt.“ Wer mag, kann es sich jetzt auf den Matten bequem machen und noch einer kleinen Klangmeditation lauschen. Den Moment genießen, sich selbst beschenken. Fühlen, dass ich richtig bin, so wie ich bin.

Sing doch mal wieder!

Zum Beispiel mit Heilpraktikerin Susanne Weidenkaff.
Infos, Anmeldungen und Termine unter T.: 0176 – 84 61 81 39 oder naturheilzentrum-lebenskraft.de/singkreis/

*Die Namen wurden von mir geändert.